Es grünt so grün

Nachbarschaftsgärten

Früher stand man mit den Nachbarn am Gartenzaun und tauschte Gartentipps aus, plauderte über das Wetter oder informierte sich über den neuesten Tratsch aus dem Viertel. In Städten ist das schwieriger, da eigene Gärten rar. Seit einiger Zeit gibt es die Nachbarschaftsgärten, die wie die Pflanzen selbst, wachsen und gedeihen. Diese grünen Fleckerl sind nicht nur Flächen zum gemeinsamen Garteln, sondern fördern auch das Miteinander. Die Nachbarschaftsgärten sind ein guter Platz, um neue Menschen kennenzulernen, zu plaudern und sich austauschen.

Garten Wolfganggasse

In der Wolfganggasse in Meidling begrünen Nachbarinnen und Anrainer die kleinen Blumenbeete vor ihren Haustüren. Sie verschönern ihre Umgebung, erobern sich den öffentlichen Raum zurück und beleben das Grätzel. Der Verein Garten Wolfganggasse kümmert sich um alle organisatorischen Anliegen rund um das Gartenprojekt. Wenn ihr Lust habt, selbst mitzumachen, dann meldet euch beim Verein.

Die Gebietsbetreuung hat einen Folder mit Tipps zum Garteln ums Eck gestaltet. Außerdem werden auch Veranstaltungen zum Thema Pflanzen, Garteln oder DIY angeboten. Alle Termine findet ihr auf der Homepage der GB.

Pflanzentausch

Basilikum gegen Yuccapalme, Tomatensetzlinge gegen Pelargonien, Kaktus gegen Stiefmütterchen: Bei Pflanzentauschbörsen können Pflanzen für Balkon und Garten getauscht werden. Gleichzeitig stehen vor Ort Pflanzen-Experten für praktische Tipps zur Verfügung und für Kinder wird ebenfalls ein buntes Programm geboten: vom naturnahen Basteln bis zum Puppentheater.

Die Teilnahme an den Pflanzentauschbörsen ist kostenlos und für den Tausch von mehr als einer Pflanze kann bei Anmeldung ein Stand reserviert werden.

Die aktuellen Termine folgen im Frühling.

Garteln mit Küchenresten

9381142153_4c63b13407_z

Blumentöpfe

Es muss kein gekaufter Blumentopf sein, eine alte Dose und Joghurtbecher erfüllen völlig und ganz den Zweck. Wichtig ist nur, dass man Löcher in den Boden macht. Die meisten Pflanzen mögen keine Staunässe.

Pflanzenerde

Damit aus den Küchenresten schöne Pflanzen werden, sollte man qualitativ hochwertige Blumenerde verwenden. Torffreie Blumenerde gibt’s zB. bei den Mistplätzen der MA 48 – 18 l kosten € 3,– Kompost gibt’s übrigens gratis.

Garteln mit Kernen

Egal ob Tomaten-, Zitronen-, Lychee- oder Granatapfelkeren. Im ersten Schritt die Kerne von Fruchtfleischresten befreien und für einige Tage trocknen lassen. Am besten geht das auf einem Küchenpapier am Fensterbankerl.

Damit aus den getrockneten Kernen kleine Pflanzen entstehen, baut man sich ein kleines Treibhaus. Einfach eine alte Weintrauben Verpackung aus Plastik (hat meistens oben und unten Löcher, sonst einfach mit einer Schere Löcher bohren) mit etwas Blumenerde anfüllen. Die getrockneten Kerne mit etwas Abstand auf die Erde legen, leicht andrücken und gießen. Nun den Decken von der alten Weintraubenverpackung schließen und aufs Fensterbankerl stellen, regelmäßig gießen und beim Wachsen zuschauen.

Nach 3 bis 5 Wochen hat man schon richtig kleine Pflänzchen, die man nun vorsichtig in einen eigenen Topf umsetzen kann. Wichtig ist, dass man gleich wieder gießt und ein windgeschütztes, warmes Plätzchen sucht. Vor allem Tomaten mögen’s richtig sonnig.

Wer es mit Tomaten probiert und jetzt gleich loslegt, kann diesen Spätsommer mit etwas Glück, schon die ersten Tomaten ernten. Bei den restlichen Kernen von der Zitrone, Lychee oder dem Granatapfel kann man nichts ernten. Aus diesen Samen entstehen einfach schöne Zimmerpflanzen.

Garteln mit Knoblauch, Zwiebel und Kartoffeln

7488349682_a5cd00afc5_z

Pflanzt man ausgetriebenen Knoblauchzehen und Kartoffel wieder ein, kann man auch wieder Knoblauch und Kartoffel ernten. Bei der ausgetriebenen Zwiebel wächst nur das Grün, das kann man aber für Salate verwenden.

Und so geht’s:

Die ausgetriebene Knoblauchzehe einfach in einen etwas größeren Blumentopf (2/3 voll mit Erde) einsetzen, mit etwas Erde bedecken (die grünen Spitzen sollten noch rausschauen) und gießen. Jetzt noch einen schönen Platz am Fensterbankerl suchen und der ersten Knoblauchernte im Herbst, steht nichts mehr im Wege.

Die Zwiebel funktioniert genauso wie der Knoblauch.

Für die Kartoffeln man einen alten Mistkübel verwenden – Löcher im Boden nicht vergessen. Den Kübel zu 2/3 mit Erde auffüllen und die Kartoffel mit den Augen nach oben einsetzen. Jetzt kommt wieder Erde drauf und alles wird gegossen.
Kartoffeln eignen sich weniger fürs Fensterbankerl, weil die Pflanze so groß wird. Also entweder man hat einen Balkon oder genügend Platz in der Wohnung.

Ananas

Den grünen Ananaskopf vom Fruchtfleisch befreien und ein paar Blätter abzupfen, damit ein kleiner Strunk entsteht. Nun den Blumentopf mit Erde auffüllen. Jetzt braucht man nur noch den Strunk in die Erde drücken und etwas gießen. In ca. 3 Wochen schlägt die Ananas wurzeln. Mit etwas Glück können sogar kleine Früchte entstehen, diese sind jedoch nicht für den Verzehr geeignet. Die Ananaspflanze ist eine reine Zimmerpflanze und dient der Verschönerung.

Hier gehts zum TV-Beitrag.

Noch mehr Tipps zum Garteln mit Küchenresten findet ihr hier:
Kitchen Scraps & Growing Plants
16 Foods That’ll Re-Grow from Kitchen Scraps

Viel Spaß beim Ausprobieren!