Vienna Murals – Die Street Art Straßenkarte

0 Posted by - 20. Dezember 2017 - Allgemein

Wien lädt mit seinen vielfältigen Ecken zwar eigentlich immer zu einem Spaziergang ein, wer sich
allerdings auf die Suche nach den versteckten Kunstwerken der Stadt machen will, bekommt durch
Vienna Murals eine besondere ‚Betriebsanleitung‘ zum Flanieren. Thomas Grötschnig steckt hinter der interaktiven Straßenkarte, die mehr oder weniger verborgene Graffiti und Street Art festhält. Mit dem „Vienna Murals – Street Art Guide Vienna“ im Pocket-Format gibt es die Karte nun auch für die Jackentasche. Im Interview mit vienna4free spricht Grötschnig über die Idee zum Projekt und die Entwicklung der Wiener Street Art Szene.

vienna4free: Seit 2016 dokumentierst du online die ‚vergängliche‘ Kunst an Wiener Mauerwerken. Wie kam es zu Vienna Murals?
Thomas Grötschnig: Wien verändert sich schnell und die Street Art Szene ist sehr dynamisch. Hunderte Fotos von Werken, die wir bei Spaziergängen durch die Stadt entdeckt haben, wollten wir auch Anderen zugänglich machen – mit Adresse und KünstlerInnen-Infos. Zuerst auf Facebook, dann auch auf Instagram. Irgendwann kam die Idee, das Ganze in einem Buch zu bündeln. Auf unserer Online-Karte kann man sich ein Bild davon machen, wie viele Werke es in Wien gibt.

Was war bisher das beeindruckendste Street Art Projekt, das du begleiten durftest?
Thomas Grötschnig: Jedes einzelne Werk erzählt seine Geschichte. Den Entstehungsprozess zu sehen, ist was sehr Spannendes. Das macht für mich auch Kunst im öffentlichen Raum aus. Spaß gemacht hat mir zum Beispiel die Arbeit mit NEKROS, der extra aus Spanien angereist ist, um hier zwei Murals zu malen.

Mit Street Art verbinden viele Städte wie Berlin, London, New York oder Valparaíso. Wächst die Szene in Wien in letzter Zeit besonders?
Thomas Grötschnig: In Wien tut sich seit einigen Jahren sehr viel, vor allem weil diverse Initiativen,
Festivals, Galerien und Kuratoren hart daran arbeiten, dieser Kunstform mehr Raum und Aufmerksamkeit zu geben. Besonderen Einfluss haben Festivals wie Calle Libre – Festival for Urban Aesthetics oder Cash, Cans & Candy – ein Projekt der Galerie Ernst Hilger. Hier werden großflächige Wandgestaltungen zeitgleich in diversen Bezirken realisiert.

Street Art ist ja etwas Dynamisches – wie lässt sich dieser Wandlungsprozess verstehen und gibt es Unterschiede in den ‚Stilrichtungen‘ verschiedener Städte?
Thomas Grötschnig: Jede Stadt hat natürlich ihre lokalen KünstlerInnen, die den öffentlichen Raum prägen und deren Handschrift man an diversen Orten finden kann. Richtig schön ist es, wenn man Werke dieser KünstlerInnen auch in anderen Städten wieder erkennt. Da sich Street Art stets wandelt, können das aber in kurzer Zeit wieder ganz andere sein.

Wenn man beim Entstehen eines Kunstwerkes live dabei sein möchte, wo hat man am ehesten die Möglichkeit einer Künstlerin oder einem Künstler über die Schulter zu schauen?
Thomas Grötschnig: Bekanntester Hotspot ist sicher der Donaukanal, hier tut sich ständig etwas. Besonders an Tagen mit gutem Wetter kann man bei der einen oder anderen Wandgestaltung. Besonders an Tagen mit gutem Wetter kann man bei der einen oder anderen Wandgestaltung live zusehen. Im August ist das Calle Libre Festival für mich ein Highlight.

Über den Street Art Guide
Mit dem Buch Vienna Murals – Street Art Guide Vienna könnt ihr durch die Grätzl der Stadt flanieren und so mehr als 100 Werke entdecken. Ermöglicht wurde der Guide durch ein Crowdfunding-Projekt. Mit Übersichtskarten, Fotos und Hintergrundinfos auf 136 Seiten ist das Buch die perfekte Ergänzung zur kostenlosen Vienna Murals Online-Map.
Interview: Stephanie Scholz