„Die abgefahrendsten Partys der Stadt“

0 Posted by - 8. Mai 2017 - Allgemein

Neue Impulse, dramatische Utopien und internationale Kunst gibt es vom 12. Mai bis 18 Juni wieder reichlich bei den Wiener Festwochen. Im Interview mit vienna4free berichtet Intendant Tomas Zierhofer-Kin über Schwerpunkte des heurigen Programms, das Rahmenprogramm im neuen Festivalzentrum Performeum und verrät seine persönlichen Geheimtipps.

Vienna4free: Die Wiener Festwochen stehen für ein genreübergreifendes Programm aus Theater, Musiktheater, Bildender Kunst, Musik und Performance. Was sind heuer die Highlights der Festwochen?

Tomas Zierhofer-Kin: Es ist schwer aus einem sehr organischen Programm, für das man selbst verantwortlich zeichnet, Highlights auszuwählen. Sicherlich zählen die performative Festwochen-Ausstellung „The Conundrum of Imagination“, Jonathan Meeses und Bernhard Langs musiktheatrale Performance als Space Opera MONDPARSIFAL ALPHA 1-8 (ERZMUTTERZ DER ABWEHRZ) oder die Eröffnungspremiere Ishvara des jungen chinesischen Künstlers Tianzhuo Chen zu sehr außergewöhnlichen künstlerischen Statements, die bisher in Wien nicht zu erleben waren.

Als Festivalzentrum wurde das Performeum eingerichtet, ein temporäres Museum im 10. Bezirk. Was ist die Idee dahinter und was erwartet die Besucher dort?

Es ist ein Ort, an dem es unterschiedliche Performances, von Tanz über neue Theaterformen, Aktionismus und Installationen bis hin zu Musik geben wird. Eine Art Luna Park der Kunst, der nicht nur zu künstlerischer Entdeckung einlädt, sondern an dem sich auch das Publikum und die Künstlerinnen und Künstler treffen, essen, trinken, austauschen können.

Welche Programmpunkte der Wiener Festwochen sind bei freiem Eintritt?

Angefangen von der Eröffnung am Rathausplatz mit Conchita & Friends am 12. Mai sind große Teile der Akademie des Verlernens bei freiem Eintritt. Die Uraufführung der neuen Performance des Starkünstlers Santiago Sierra etwa, die eine Art Requiem für die zahllosen Opfer des Syrien-Krieges wird, der Teil der Festwochen-Ausstellung „The Conundrum of Imagination“ im PERFORMEUM, sowie alle Performances, die Teil dieser Ausstellung sind. Hinzu kommen die neue Installation des brasilianischen Künstlers Daniel Lie, die Lectures der Philosoph*innen-Legenden Slavoj Žižek und Gayatri Chakravorty Spivak sowie das Container-Projekt des Mitbegründers der Band The KLF Jimmy Cauty in verschiedenen Stadtteilen, um nur ein paar zu nennen.

Die Festwochen-Ausstellung "The Conundrum of Imagination" (Foto: Lisson Gallery)

Die Festwochen-Ausstellung „The Conundrum of Imagination“

Feste soll man ja feiern wie sie fallen – wo kann man das in diesem Jahr am besten bei den Wiener Festwochen?

Am besten natürlich im PERFORMEUM im 10. Bezirk! Dort finden von Donnerstag bis Samstag die abgefahrendsten Partys der Stadt statt.

Haben Sie einen persönlichen Lieblingsprogrammpunkt oder einen speziellen Geheimtipp?

Les Robots ne connaissent pas le Blues oder Die Entführung aus dem Serail wird sicherlich für einige Überraschungen sorgen. Eine Mozart-Oper einmal anders gedacht, über europäischen Exotismus und interkulturelle Missverständnisse, ein Werk, das Opern-Liebhabern neue Welten eröffnen wird und jenen, die Oper bisher gemieden haben, einen unvergesslichen sinnlichen Rausch beschweren wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview: Stephanie Scholz
Fotos: Vanessa Bohn, Smoking Dogs Films/Courtesy Lisson Gallery, Matthew Avignone